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Whisky-Glas mit Flasche auf dunklem Holz
Ratgeber

Was ist Bourbon? Herstellung & Eigenschaften erklärt

Aktualisiert: Juni 2026 | Lesezeit: 8 Min.

Bourbon ist das Aushängeschild des amerikanischen Whiskeys — süßlich, vollmundig und unverwechselbar. Doch was unterscheidet ihn eigentlich von schottischem Single Malt oder irischem Whiskey? Anders als viele glauben, ist "Bourbon" kein bloßer Markenname, sondern eine gesetzlich streng geschützte Bezeichnung mit klaren Regeln. Dieser Ratgeber erklärt, was Bourbon ausmacht, wie er hergestellt wird, worin er sich von Tennessee Whiskey unterscheidet und wonach er schmeckt.

Wer die Grundlagen versteht, kann beim Kauf gezielter auswählen — und weiß genau, warum ein Bourbon so anders schmeckt als ein Scotch. Am Ende finden Sie konkrete Empfehlungen für den Einstieg in die Welt des Bourbons.

Gesetzliche Definition von Bourbon

Bourbon ist in den USA durch Bundesrecht klar definiert. Damit sich ein Whiskey "Bourbon" nennen darf, muss er mehrere Bedingungen erfüllen: Er muss in den USA produziert werden, zu mindestens 51 Prozent aus Mais bestehen, in neuen, innen ausgekohlten Eichenfässern reifen und darf außer Wasser keinerlei Zusätze (keine Farb- oder Aromastoffe) enthalten. Zusätzlich gelten Obergrenzen für den Alkoholgehalt beim Destillieren (max. 80 % Vol.) und beim Fassfüllen (max. 62,5 % Vol.).

Besonders das Kriterium des neuen Eichenfasses ist entscheidend und unterscheidet Bourbon klar vom schottischen Whisky, der häufig in gebrauchten Fässern reift. Trägt eine Flasche den Zusatz "Straight Bourbon", bedeutet das eine Mindestreifung von zwei Jahren. Die Bezeichnung "Kentucky Straight Bourbon" weist zusätzlich auf die Herkunft aus dem traditionellen Bourbon-Bundesstaat hin — produziert werden darf Bourbon aber überall in den USA.

Mais, Maische & Fass

Das Herz jedes Bourbons ist die Mash Bill — die Getreidemischung. Neben den mindestens 51 Prozent Mais enthält sie meist Roggen oder Weizen sowie etwas gemälzte Gerste. Roggen bringt würzige, pfeffrige Noten, Weizen sorgt für mehr Sanftheit und Süße. Der Maker’s Mark etwa setzt auf Weizen statt Roggen und ist dadurch besonders weich und mild. Diese Rezeptur prägt den Grundcharakter eines Bourbons noch vor der Fassreifung.

Den größten Einfluss auf Farbe und Aroma hat jedoch das ausgekohlte Eichenfass. Beim "Charring" wird die Fassinnenseite kräftig ausgebrannt. Die so entstehende Holzkohleschicht filtert unerwünschte Stoffe und gibt zugleich intensive Aromen von Vanille, Karamell und Eiche ab. Da Bourbon nur in neuen Fässern reifen darf, ist dieser Holzeinfluss besonders kräftig — er erklärt die typische Süße und die goldbraune Farbe. Mehr zum Thema Reifung lesen Sie in unserem Ratgeber zur Whisky-Fassreifung.

Bourbon vs. Tennessee Whiskey

Eine häufige Verwechslung: Bourbon und Tennessee Whiskey. Tatsächlich erfüllt Tennessee Whiskey alle Bourbon-Kriterien, durchläuft aber einen zusätzlichen Schritt — den Lincoln County Process. Dabei wird der frisch gebrannte Whiskey vor der Fassreifung tropfenweise durch eine dicke Schicht aus Zuckerahorn-Holzkohle gefiltert. Dieser Prozess mildert und glättet den Geschmack und verleiht dem Whiskey eine besonders weiche, runde Note.

Bekanntester Tennessee Whiskey ist Jack Daniel’s. Rechtlich verzichtet er auf die Bezeichnung "Bourbon", obwohl er die Kriterien erfüllt — Tennessee Whiskey ist also eine eigene, geschützte Kategorie. Den direkten Geschmacksvergleich der beiden Klassiker Jim Beam und Jack Daniel’s finden Sie in unserem ausführlichen Duell Jim Beam vs. Jack Daniel’s. Und wie sich Bourbon von würzigem Rye Whiskey unterscheidet, klärt unser Vergleich Bourbon vs. Rye.

Geschmacksprofil

Bourbon schmeckt durch den hohen Maisanteil und das neue Eichenfass charakteristisch süßlich und vollmundig. Die klassische Aromenpalette umfasst Vanille, Karamell, Honig, Toffee und Eiche, oft begleitet von würzigen Noten wie Zimt, Muskat oder schwarzem Pfeffer (besonders bei roggenbetonten Rezepturen). Weizen-Bourbons wie Maker’s Mark sind milder und weicher, roggenbetonte wie Bulleit kräftiger und würziger.

Im Vergleich zu schottischem Whisky ist Bourbon in der Regel zugänglicher und süffiger — er kommt ohne Torfrauch aus und überzeugt mit unmittelbarer Süße. Das macht ihn ideal für Einsteiger und zugleich zur perfekten Basis für Cocktails wie Old Fashioned, Whiskey Sour oder Highball. Die folgende Tabelle ordnet beliebte Bourbons nach Stil und Stärke.

Bourbon Stil Charakter Preis
Jim Beam White Roggen-Bourbon Mild, vielseitig 13,99 €
Maker’s Mark Weizen-Bourbon Weich, süßlich 26,99 €
Bulleit Bourbon High-Rye-Bourbon Würzig, kräftig 23,99 €
Wild Turkey 101 High-Proof-Bourbon Vollmundig, 50,5 % 27,99 €

Empfehlungen

Diese drei Bourbons eignen sich hervorragend für den Einstieg und zeigen die ganze Bandbreite — vom milden Allrounder bis zum würzigen High-Rye.

Sanfter Einstieg
Maker's Mark Kentucky Straight Bourbon Whisky 0,7 l, 45% Vol.

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26,99 €

+ Weizen statt Roggen – sehr weich
+ Vanille, Karamell, Honig
+ Idealer Bourbon-Einstieg
- Wenig würzig-scharf
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Würziger Allrounder
Bulleit Bourbon Frontier Whiskey 0,7 l, 45% Vol.

Bulleit Bourbon Frontier Whiskey 0,7 l, 45% Vol.

23,99 €

+ Hoher Roggenanteil – würzig
+ 45 % Vol., kräftig
+ Top für Old Fashioned
- Pur etwas kantiger
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Preis-Leistungs-Klassiker
Jim Beam White Kentucky Straight Bourbon Whiskey 0,7 l, 40% Vol.

Jim Beam White Kentucky Straight Bourbon Whiskey 0,7 l, 40% Vol.

13,99 €

+ Der Bourbon-Standard
+ Unschlagbar günstig
+ Pur & gemixt vielseitig
- Eher einfach im Profil
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Häufig gestellte Fragen

Was ist Bourbon genau?
Bourbon ist ein amerikanischer Whiskey, der per Gesetz mindestens zu 51 Prozent aus Mais bestehen, in den USA hergestellt und in neuen, ausgekohlten Eichenfässern gereift werden muss. Außerdem darf er beim Brennen 80 Prozent und beim Fassfüllen 62,5 Prozent Alkohol nicht überschreiten und keine Zusätze außer Wasser enthalten. Der hohe Maisanteil sorgt für den typisch süßlichen, vollmundigen Charakter.
Muss Bourbon aus Kentucky kommen?
Nein. Bourbon darf überall in den USA produziert werden, nicht nur in Kentucky. Allerdings stammt die überwiegende Mehrheit des Bourbons tatsächlich aus Kentucky, da der Bundesstaat ideale Bedingungen, kalkhaltiges Wasser und eine lange Tradition bietet. Marken wie Jim Beam, Maker’s Mark und Wild Turkey kommen alle aus Kentucky. Der Zusatz "Kentucky Straight Bourbon" weist auf diese Herkunft und eine Mindestreifung von zwei Jahren hin.
Was ist der Unterschied zwischen Bourbon und Tennessee Whiskey?
Tennessee Whiskey erfüllt grundsätzlich alle Bourbon-Anforderungen, durchläuft aber zusätzlich den sogenannten Lincoln County Process: Der frisch gebrannte Whiskey wird vor der Fassreifung durch eine dicke Schicht Zuckerahorn-Holzkohle gefiltert. Das mildert und glättet den Geschmack. Bekanntester Vertreter ist Jack Daniel’s. Rechtlich darf sich Tennessee Whiskey nicht offiziell Bourbon nennen, obwohl er die Bourbon-Kriterien erfüllt.
Wonach schmeckt Bourbon?
Bourbon schmeckt durch den hohen Maisanteil und das neue, ausgekohlte Eichenfass typisch süßlich und vollmundig. Charakteristisch sind Aromen von Vanille, Karamell, Honig, Eiche und oft eine würzige Note von Zimt oder Pfeffer. Je nach Rezeptur kommen fruchtige oder leicht rauchige Akzente hinzu. Im Vergleich zu schottischem Whisky ist Bourbon meist runder, süßer und zugänglicher.

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